Truncus arteriosus communis

Kinderherzchirurgie

Leiter:
Prof. Dr. med. Robert Cesnjevar

Definition

RA = rechtes Atrium (Vorhof); RV = rechter Ventrikel (Hauptkammer); LA = linkes Atrium (Vorhof); LV = linker Ventrikel (Hauptkammer); AO = Aorta (Hauptschlagader), PA = Pulmonalarterie (Lungenschlagader); Grafik mit freundlicher Genehmigung von Christian Daumal, Webmaster von www.heartandcoeur.com

Beim Truncus arteriosus communis (Truncus = Stamm, communis = gemeinsam) ist die während der Embryonalzeit erfolgende Trennung der Aorta (Körperschlagader) und der Pulmonalarterie (Lungenschlagader) ausgeblieben. Die gebildeten Schlagaderklappen sind häufig nicht funktional und behindern den Blutfluss oder schließen nicht dicht.

Der Truncus entspringt über einem Kammerscheidewanddefekt, so dass dieses eine Gefäß das Blut aus beiden Herzkammern sowohl in die Lunge, als auch in den Körperkreislauf leitet. Kommt es nachgeburtlich zu einem normalen Druckabfall in der Lunge, ist die Gefahr der Lungenüberflutung mit nachfolgender Schädigung groß (Eisenmenger-Reaktion). Es entwickelt sich zudem eine Herzschwäche.

Symptome

Dieser Herzfehler zeigt immer eine Blausucht, da der Körper mit Mischblut versorgt wird, das nicht ausreichend Sauerstoff enthält. Meist haben Neugeborene eine schwere Herzschwäche mit Atemnot oder beschleunigter Atmung, der Puls ist unregelmäßig und schnell, was hier den Unterschied zu einem VSD (Ventrikelseptumdefekt = Kammerscheidewanddefekt) deutlich macht. Außerdem ist eine Lebervergrößerung ein weiteres Anzeichen der Herzschwäche.

Diagnose / Untersuchungen

Schon sehr früh kann der Arzt ein Herzgeräusch wahrnehmen, was Anlass für weiteren Maßnahmen ist. Die obligate Echokardiographie ist hier, wie so oft, von entscheidendem diagnostischen Wert, EKG und Röntgen werden begleitend notwendig.

Therapie

Wenn durch eine medikamentös-stabilisierende Therapie (herzunterstützend, entwässernd und evtl. CO2 -Gabe, um den Lungenwiderstand zu erhöhen und die Lungengefäße zu schonen) mit der Operation abgewartet werden kann, bis das Kind schwerer als 5 kg ist, sinkt das OP-Risiko beträchtlich.

Der Kammerscheidewanddefekt wird verschlossen und eine Trennung des Truncus herbeigeführt. So entspringt die Aorta dann korrekterweise aus der linken Herzkammer und die Lungenschlagader wird mit der rechten Herzkammer verbunden.

Zusätzlich präpariert man eine klappentragende biologische Gefäßprothese (Homograft) als neue Gefäßklappe ein, da vorher nur eine gemeinsame Klappe angelegt war, die nun ihre Funktion in der Aorta übernimmt.

Nachkontrollen

Die Sterblichkeitsrate im ersten halben Jahr ist hoch und eine Aussicht auf Besserung in den ersten Lebensmonaten schlecht. Nach einer operativen Korrektur bleiben eine Klappenschwäche und eventuelle, nicht mitwachsende Kurzschlussverbindungen als Problem bestehen. Daher bedarf es sorgfältiger und regelmäßiger Nachkontrollen und auch eventueller weiterführender chirurgischer Eingriffe.


 
 
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Zusammenfassung