Eisenmenger-Reaktion

Kinderherzchirurgie

Leiter:
Prof. Dr. med. Robert Cesnjevar

Eisenmenger-Reaktion

Als Eisenmenger-Reaktion, auch Eisenmenger-Syndrom oder Eisenmenger-Komplex genannt, wird ein Krankheitsbild bezeichnet, welches sich aus einem primären Links-Rechts-Shunt (ohne Zyanose) durch einen Anstieg des Lungengefäßwiderstandes zum späteren Rechts-Links-Shunt entwickelt hat.

Bei einem Shunt kommt es zu einem unüblichen Blutübertritt zwischen Blutgefäßen bzw. Herzkammern, wenn es Fehlbildungen der anatomischen Trennung der beiden Herzhälften gibt. Dis kann z.B. ein Loch zwischen den Herzkammern (Ventrikelseptumdefekt / VSD), ein Loch zwischen den Vorhöfen (Atriumseptumdefekt / ASD) oder ein Loch zwischen Herzkammer und Herzvorhof mit fehlgebildeten Herzklappen (Atrio-ventrikulärer Septumdefekt / AV-Kanal / AVSD) sein.

Basis dieser Erkrankung ist eine fixierte Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck), hervorgerufen durch einen angeborenen Herzfehler. Durch die Shunt-Umkehr haben die betroffenen Menschen eine Zyanose und entwickeln u.a. eine Herzinsuffizienz.

Das Krankheitsbild ist unbehandelt mit einer Verkürzung der Lebensdauer verbunden. Abhängig vom Zeitpunkt der Shunt-Umkehr wird durchschnittlich nur das junge Erwachsenenalter erreicht. Als Behandlung steht letztlich nur eine Herz-Lungen-Transplantation zur Verfügung.

Die Eisenmenger-Reaktion wurde nach dem österreichischen Arzt Victor Eisenmenger (1864-1932) benannt, der im Jahre 1897 die Besonderheit erstmals anhand eines damals 32-jährigen Mannes beschrieb, der eine pulmonale Hypertonie (= Lungenhochdruck), einen Ventrikelseptumdefekt (VSD) und eine überreitende Aorta hatte.