Die hypertherme isolierte Extremitätenperfusion. „Indikation, Technik, Ablauf und Ergebnisse“

Kinderherzchirurgie

Leiter:
Prof. Dr. med. Robert Cesnjevar

Die hypertherme isolierte Extremitätenperfusion. „Indikation, Technik, Ablauf und Ergebnisse“

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Münch F., Reuther Th., Weyand M.
Zentrum für Herzchirurgie der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen

Göhl J., Meyer Th.
Chirurgische Klinik und Poliklinik der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen

Zusammenfassung

Die isolierte Extremitätenperfusion ist ein Verfahren der regionalen Chemotherapie, das bei lokoregionären Melanomrezidiven und neoadjuvant bei primär nicht kurativ resektablen Weichteilsarkomen bzw. Sarkomrezidiven der Extremitäten eingesetzt wird.

Die Isolation des Extremitätenkreislaufes mit einer extrakorporalen Zirkulationseinheit (Herz Lungen Maschine) erlaubt die Applikation hochdosierter, regional effektiver, zytotoxischer Substanzen unter Vermeidung gravierender Nebenwirkungen. Die zusätzliche Erwärmung des Gewebes verstärkt die Wirkung der verwendeten Zytostatika (hypertherme isolierte Extremitätenperfusion, HILP).

Für die Indikation beim malignen Melanom ist Melphalan bis heute das Standardmedikament. Während die prophylaktische Extremitätenperfusion aufgrund der Studienergebnisse nicht mehr empfohlen werden kann (Schraffordt-Koops H et al.), konnte nach Modifikation des Perfusionsregimes die Rate kompletter Remissionen bei manifesten Intransitmetastasen (+/- regionären Lymphknotenmetastasen) auf 65 –80 % gesteigert werden. Für das Sarkom hat die Kombination von Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) alpha mit Melphalan zu einer eindrucksvollen Verbesserung der bislang enttäuschenden Ansprechraten der HILP geführt. Bei der von vornherein geplanten Tumorresektion 6-8 Wochen nach HILP findet sich in bis zu einem Drittel der Patienten eine histopathologische komplette Tumorregression. In über 80 % der Fälle kann die ansonsten notwendige Amputation vermieden werden. Früh- und Spätkomplikationen der HILP liegen in einem akzeptablen Bereich.